Film: "La vie en rose" im WDR

Filmisches Denkmal für die große Edith Piaf

08.02.2010 Christopher Dömges

Kann man einem so vollen, so widersprüchlichen Leben wie dem der Edith Piaf filmisch gerecht werden? Man kann - wie das französische Biographiedrama von 2007 zeigt.

"La vie en rose" erzählt in beeindruckenden Bildern in über zwei Stunden das Leben und Schaffen der großen Chansonette Edith Piaf. Der Film wurde am 6.2.2010 zu später Stunde im WDR gezeigt.

"La vie en rose": Film über das Leben und Schaffen von Edith Piaf

Edith Piaf, schwächlich, in der Kindheit fast erblindend, wird in ärmliche Verhältnisse in Nordfrankreich hineingeboren. Der Vater ist Artist im Zirkus. Mutter: Unbekannt. Die kleine Edith wächst bei Verwandten auf, die ein Bordell betreiben. Sie muss schon früh schwer arbeiten, wird aber gleichzeitig verhätschelt. Ihre Tante, eine Prostituierte, bildet sich ein, Sängerin, Künstlerin zu sein. Das färbt schon früh auf die kleine Edith ab. Sie ist fasziniert, "manman" singen zu hören, freut sich dann immer, ja, wie ein Kind.

Edith Piaf wird als Kind ihrem Umfeld entrissen

Irgendwann wird Edith (bürgerlich: Edith Giovanna Gassion) ihrem familiären Umfeld entrissen. Der Vater holt sie, will mit ihr arbeiten. Der Film "La vie en rose" arbeitet geschickt mit Rückblenden, zeigt die kaputte "Grande dame" Edith Piaf dann wieder als Kind. Ihr Leben ist ja ohnehin kein Geheimnis. Der Vater also, Artist, holt Edith an den Zirkus. Das ist ihr erster Kontakt mit der Bühne. Sie ist fasziniert vom bunten, tollen Treiben und der Papa fordert sie immerzu grob auf, doch bitte zu arbeiten, "etwas zu tun für dein Geld".

Papa trennt sich im Streit vom Zirkus

Papa trennt sich – sehr zu Ediths Leidwesen – im Streit vom Zirkus, tingelt mit seiner Tochter fortan durch die Bars und Straßen, wo sie sich auch prostituiert. Sie ist ein Gossenmädchen, hart im Nehmen im täglichen Kampf ums Überleben. Andererseits eröffnet sich ihr eine neue, wunderbare Gelegenheit, für den Lebensunterhalt zu sorgen: Das Singen. Sie intoniert das erste Mal öffentlich, als sie mit ihrem Vater auf der Straße steht. Er macht zur Begeisterung aller Umstehenden einige Kunststückchen, bis ein Passant fragt: "Und was kann die Kleine?"

Der Vater drängt Edith zu singen

"Mach irgendwas", drängt der Vater seine Edith – und sie singt die Marseillaise. Tosender Applaus. Fortan steht die kleine Edith jeden Tag auf der Straße und singt, als ginge es um ihr Leben. Tut es ja auch, denn sie muss Geld verdienen. Und dann wird sie von einem Produzenten entdeckt. Sie singt zunächst in kleinerem Rahmen, in Varietes, Cabarets. Die Leute sind begeistert von ihr, ihrer kraftvollen, energischen Stimme. Das führt sie auf die großen Bühnen. "La Mom Piaf" begeistert nicht nur Europa.

Drogenexzesse, wilde Partys, Medikamentenmissbrauch

Was folgt, ist hinlänglich bekannt. Drogenexzesse, wilde Partys, Alkohol, Medikamentenmissbrauch. Das Gossenmädchen Edith bricht immer wieder in ihr durch. Sie hat Männer, verliert ihre große Liebe, einen Boxweltmeister, bei einem Flugzeugabsturz, was sie noch tiefer in die Sucht treibt. Edith Piaf, die große Chansonette, stirbt auf der Bühne bei ihrem letzten Konzert 1959. Die Presse hat es genussvoll kommen sehen.

Hauptdarstellerin Marion Cotillard bietet in "La vie en rose" ganz großes Kino

Hauptdarstellerin Marion Cotillard gibt die Piaf in "La vie en rose" wunderbar rotzig, aber immer wieder auch mit sensiblen Momenten. Als Diva eben – später. Regie: Olivier Dahan. Ganz großes Kino! Und Eröffnungsfilm der 57. internationalen Filmfestspiele Berlin 2007.

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Edith Piaf, unbekannt Edith Piaf
   
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