Filmklassiker von Rosselini: "Rom, offene Stadt"

Roberto Rosselini und der italienische Neorealismus

08.09.2008 Berit Ganzow

Roberto Rosselinis Film "Rom, offene Stadt" von 1945 gehört dem italienischen Neorealismus an und erzählt von Widerstand und der Hoffnung auf Freiheit.

Roberto Rosselinis Film Rom, offene Stadt wurde 1945 gedreht und spielt in Rom während des zweiten Weltkriegs. Der Film handelt von der Rebellion gegen die deutschen Besatzer, von Freiheit und Liebe.

Inhalt des Filmes Rom, offene Stadt

Pina, eine junge Frau, will ihren Freund Francesco heiraten. Dieser jedoch wird von den Deutschen gesucht, da er Anführer einer Rebellengruppe gegen die deutschen Besatzer ist. Er wird, mit zwei weiteren Rebellen, einem jungen Mann und einem Priester, gefasst und zu Tode gefoltert. Der junge Mann wählt den Suizid und der Priester wird erschossen, da auch er die Aussage verweigert. Eine Gruppe Kinder, ebenfalls der Rebellenorganisation angehörig, wird zu Augenzeugen dieser Hinrichtung. Sie selbst planen bereits Angriffe mit selbstgebauten Bomben gegen die Deutschen.

Der italienische Neorealismus

Rom, offene Stadt gehört dem italienischen Neorealismus an. Diese Filme wurden häufig an Originalschauplätzen und nicht in Studios gedreht. Zudem wird das Licht verwendet, das an den Plätzen vorhanden ist also Sonnenlicht, oder künstliches Licht, das in den Zimmern vorzufinden ist, ohne den Gebrauch von zusätzlichen Scheinwerfern.

Auch durch die Verwendung der Sprachen Deutsch und Italienisch erhält der Film einen Bezug zur Realität. So sprechen die deutschen Soldaten untereinander Deutsch, mit der Bevölkerung aber Italienisch.

Die Figuren hingegen sind sehr einfach strukturiert, zum Teil sehr stereotypisiert. Die Deutschen sind egozentrisch und grausam und verfügen über keine menschlichen Gefühlsregungen mehr, abgesehen von der unvermeidbaren Figur des “guten Deutschen”, der sich nicht als Vertreter einer Herrenrasse sieht und seelisch an den Zuständen und der Gesinnung seiner Landsleute zerbricht.

Gespielt werden sie von einer gemischten Gruppe aus professionellen Schauspielern und Laiendarsteller, die, in der Überzeugung der Neorealisten, ein natürlicheres Schauspiel zeigen, da sie, in gewisser Weise, ihr eigenes Leben darstellen.

Die Filmmusik wird nur spärlich eingesetzt. Einige Musikeinsätze verlaufen diegetisch mit der Filmhandlung, so hört man das Klavierspiel im Hauptquartier der Deutschen oder pfeifende Menschen, der Hauptanteil der Musik wird jedoch nicht diegetisch verwendet. Zur Anwendung kommt die Musik vor allem in den dramatischen Augenblick, wie nach der Folter, der Hinrichtung und dem Anschlagsversuch der Kinder und hat in erster Linie die Aufgabe, diese dramatischen Augenblicke zu unterstreichen.

Rom, offene Stadt ist somit ein Vertreter des Neorealismus, der an Originalschauplätzen gedreht wurde, Laiendarsteller vereint, die in die Haut von simpelgestrickten Figuren schlüpfen. Typisch für diese Art von Film ist auch der schlicht gehaltene Plot und die Themen Rebellion und Freiheit und die Vereinigung von Grausamkeit und Hoffnung. Am Filmende werden die Kinder gezeigt, die gegen die Unterdrückung und für ihre Freiheit kämpfen – und für die der nächsten Generation.

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