"The Hill" – "Ein Haufen toller Hunde" (GB 1965)Ein fast vergessener „Klassiker“ von Sidney Lumet mit Sean Connery
"The Hill" von Sidney Lumet - eine packende filmische Auseinandersetzung mit den Themen "Autorität" und "Gewalt". Mit Sean Connery.
Es gibt sie - diese Filme, die das Zeug zum Klassiker haben, aber unberechtigterweise in Vergessenheit geraten. "The Hill - Ein Haufen toller Hunde" ist so ein Film. Worum geht es? Nordafrika im 2. Weltkrieg. In einem britischen Straflager werden die Gefangenen heftig schikaniert. Inbegriff der Unterdrückung ist ein künstlicher Sandhügel, auf dem die Lagerinsassen in vollem Marschgepäck exerzieren müssen. Unter ihnen befindet sich auch der ehemalige Sergeant Major Joe Roberts (Sean Connery), an dem wegen Befehlsverweigerung ein Exempel statuiert werden soll. Der sadistische Sergeant Williams (Ian Hendry) nutzt jede Gelegenheit, Roberts und seine vier Zimmergenossen zu quälen. Als einer von ihnen an den Folgen der Misshandlungen stirbt und Roberts den Vorfall zur Meldung bringen will, lässt Williams ihn zusammenschlagen. Schließlich wendet sich die Gewalt gegen ihn selbst – unglücklicherweise gerade, als die Gefangenen eine echte Chance auf Verbesserung ihrer Lage erhalten sollen. Die erste Zusammenarbeit von Sidney Lumet und Sean Connery"The Hill," mit dem mehr als unglücklichen deutschen Verleihtitel, ist der erste von insgesamt fünf Filmen, in denen Regisseur Sidney Lumet "(Twelve Angry Men" - „Die zwölf Geschworenen“, "Murder on the Orient Express" - „Mord im Orient-Express“, "Dog Day Afternoon" - "Hundstage", "Network" - „Network“) und Hauptdarsteller Sean Connery (damals auf dem Höhepunkt des "James Bond"-Ruhms) zusammenarbeiteten. Die Vorlage war ein Theaterstück von R. S. Allen und Ray Rigby (der auch das Drehbuch verfasste). In der Tat verleiht die über weite Strecken vorherrschende Einheit von Zeit, Ort und Handlung dem Film etwas Bühnenhaftes. Die Konzentration auf das Lagerleben ist von klaustrophobischer Eindringlichkeit. Das Bemühen um eine realistische Erzählweise zeigt sich auch formal daran, dass der Film ganz ohne Musik auskommt, was den Geräuschen und insbesondere dem vorherrschenden militärischen Befehlston eine besondere Wucht verleiht. Preisgekrönte KameraführungDer Schwarzweißfilm besticht nicht zuletzt durch seine kunstvolle Kameraführung. Das gilt vor allem für die Exerzierszenen, in denen der Hügel, den die Gefangenen wiederholt erklimmen müssen, von Mal zu Mal steiler wirkt. Kameramann Oswald Morris erhielt denn auch eine Auszeichnung der British Film Academy. Obwohl der Film als Titelanwärter für die Goldene Palme in Cannes gehandelt wurde, erhielt nur das Drehbuch eine Auszeichnung. An der Kinokasse war dem Film kein Erfolg beschieden. KritikThe Hill zählt wohl zu den wichtigsten „vergessenen“ Werken der Kinogeschichte. Regie- und Kameraführung sowie die darstellerischen Leistungen sind bis in die Nebenrollen makellos. Das Lexikon des internationalen Films urteilt: „Ein ebenso packender wie auch hart zupackender, aufrüttelnder Film, der unmenschlichen Sadismus und sturen Militarismus anprangert [...] mit gelegentlich etwas arg reißerischen Zügen, ohne dass dadurch die grundsätzliche Problematik um ‚Autorität‘ und ‚Gehorsam‘ an Eindringlichkeit und Konsequenz einbüßen würde.“ The Hill lief unter anderem in einer nachkolorierten Fassung im deutschen Privatfernsehen, die ihm einiges an seiner ästhetischen Wirkung nahm.
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