Welcher Schauspieler ist der beste James Bond?

Sean Connery, Pierce Brosnan und Daniel Craig sind Agent 007

26.09.2008 Jörg Tilmes

Die Rolle des James Bond hat dem einen Schauspieler mehr und dem anderen Schauspieler weniger Welterfolg eingebracht. Gibt es Kriterien, um einen „besten Bond" zu küren?

Ein neuer James-Bond-Film ist ein Großereignis, das in den Medien weltweit mehr Aufmerksamkeit erregt, als jeder andere Streifen. Ian Fleming erfand den Agenten 007 1952 als Romanfigur; viele Schauspieler erlangten durch ihn Weltruhm. Doch aufgrund welcher Eigenschaften kann man einen besten Bond wählen?

Daniel Craig erhält in seinem zweiten Auftritt als Bond "Ein Quantum Trost“

Der am 02. März 1968 in Chester (England) geborene Daniel Craig spielte 2001 in "Tomb Raider“ neben Angelina Jolie. In Tom Hanks "Road to Perdition“ stand Craig 2002 vor der Kamera; in "Layer Cake“ war er 2004 Spielpartner von Tom Hardy, dem Shinzon aus "Star Trek 10: Nemesis“. Craig erklärte gegenüber der Zeitschrift InTouch, nicht damit gerechnet zu haben, als James Bond in die Filmgeschichte einzugehen. Er habe die Rolle im Grunde nicht gewollt. Dass er nun sogar beim Urinieren fotografiert wird, nervt ihn wohl. Doch das Publikum hat ihn als James Bond ins Herz geschlossen. Liegt das auch daran, dass er dem vermeintlichen Original, dem ersten Schauspieler in dieser Rolle – Sir Sean Connery – typmäßig am nächsten liegt?

James Bond im Wandel der Zeit: Harte Kerle und smarte Softies – von Sean Connery bis Pierce Brosnan

Sean Connery startete seine Schauspielerkarriere 1951 in einem Musical. Mehreren Fernsehauftritten und auf zwei Kinofilme folgte dann Connerys Verpflichtung für "James Bond jagt Dr. No“, mit dem er 1962 weltweit bekannt wurde. Fünf weitere Filme als 007 drehte er bis 1971. In "Sag niemals nie“ kehrte Connery 1982 noch einmal als Bond zurück; doch dieser Film zählte nie zur offiziellen Reihe der Bond-Filme der Eon-Productions Ltd.! Oscar-Preisträger Connery kassierte Auszeichnungen weltweit und bleibt durch seine herb-männliche Ausstrahlung in Erinnerung. Diese vermischte er mit einer Portion jungenhaftem Charme und legte damit eine Souveränität an den Tag, die der Rolle des James Bond ein cooles Profil verlieh, das sich Zuschauer wie Zuschauerinnen von einem Mann, der die Welt rettet, wünschten.

Lazenby als James Bond: Eine Eintagsfliege "Im Geheimdienst Ihrer Majestät“ aus 1969

Sein Nachfolger George Lazenby war davon meilenweit entfernt. Dessen Bemühen, in die Fußstapfen Connerys zu treten, mißlang allein dadurch, dass er weder so charmant noch männlich rüberkam, wie sein Vorgänger. Er fiel beim Publikum als Schlaftablette durch; bei Bond und auch sonst als Schauspieler.

Ganz anders: Roger Moore, der Geheimagent mit Agentenerfahrung aus "The Saint“ und "Die Zwei“

Ein echter Fernsehstar folgte auf Lazenby: Roger Moore war erstmals 1973 in "Leben und Sterben lassen“ in der Rolle des James Bond zu sehen. Moore verlieh der Figur ein Auftreten als Gentleman und kam damit bei allen Zuschauern sehr gut an. Sein zurückhaltender Charme, seine vorzüglichen Manieren und das Ablegen jeder Hemdsärmeligkeit verliehen der Figur des Bond in sechs weiteren Filmen neue Facetten.

Timothy Dalton: Irgendwas von allem, aber nichts richtig

1987 feierte der Brite Premiere in "Im Angesicht des Todes“ und 1989 mit "Lizenz zum Töten“ war bereits wieder alles vorbei. Dalton war ein wenig Connery, zu wenig Moore, aber viel Lazenby. Der Zuschauer konnte ihn nicht richtig einordnen: Nach Angaben von Klaus Gericke auf dessen Website über James Bond hatte Timothy Dalton keine Lust mehr, den Bond zu geben. Oder hatte Bond keine Lust mehr auf Dalton? Das Publikum war nicht böse drum, denn es bekam einen erfolgreicheren Nachfolger.

Pierce Brosnan – Sex, Härte, Charme und Charisma vereinen sich zum Bond der Neunziger

Auch Brosnan hatte als Serienheld in "Remington Steele“ detektivische Vergangenheit und war kein Unbekannter. Doch er schaffte es, dem James Bond ein ernsthafteres Profil zu verleihen, als der Figur in der Serie. Mit "Goldeneye“ walzte Brosnan mit einem Panzer St. Petersburg platt und fuhr mitten ins Herz des Publikums. Er war in der Rolle des 007 Softie, Kämpfer und Politiker in einem und damit ein Mann der Neunziger, der bis 2002 in "Stirb an einem anderen Tag“ Erfolg als Bond hatte. Alleine "Goldeneye“ und "Der Morgen stirbt nie“ spielten insgesamt 750 Millionen Dollar ein und verhalfen dem Bond-Imperium von Albert R. Broccoli, an frühere Erfolge anzuknüpfen. Die Frauen jedenfalls lagen Brosnan zu Füßen; ein Hadern um die Verpflichtung zu weiteren Filmen war Barbara Brocolli, nach den Tod ihres Vaters die Produzentin, zu viel: Sie engagierte Daniel Craig.

Zurück zu den Wurzeln mit Daniel Craig – der Kreis schließt sich

Daniel Craig sieht Connery nicht nur ähnlich, sondern stattet seinen James Bond auch wieder mit etwas Hemdsärmeligkeit aus, die dem Wesen des ersten Bonds nahekommt. Doch ein Bond aus 2006 darf eben auch Gefühle zeigen, was Craig in "Casino Royale“ vorzüglich gelang. Der Film wurde ein Hit; dessen Held steht die Welt weiterer Bonds mit coolen Autos und faszinierenden Bond Girls offen.

Welcher ist nun der beste Bond?

Gemessen am Zeitgeist und den Anforderungen an die Figurenprofile, wie sie in den jeweiligen Jahrzehnten des Entstehens der Bond-Filme gefragt waren, haben sie bis auf Lazenby und Dalton alle überzeugt und waren daher auf die Zeit ihres Wirkens bezogen jeweils der beste Bond!

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Daniel Craig, Eon Productions Ltd. Daniel Craig
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